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US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt

29 June, 2009 (18:34) | Wirtschaft & Economy | C.F. Gauss




Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte ist der US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe im bisher größten Betrugsfall der Finanzgeschichte verhängte ein Gericht in New York. Das zuständige Bundesgericht in Manhattan kam damit der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Madoff wurde damit zu der geforderten Höchststrafe verurteilt. Der 71-jährige Madoff hatte ein jahrzehntelanges betrügerisches Schneeball-System eingestanden. Der Schaden liegt bei 65 Milliarden Dollar. Der Großteil davon gilt als verloren.

Finanzbetrugsfall Bernhard Madoff

Das Verbrechen sei “außergewöhnlich teuflisch”, urteilte Richter Denny Chin. Madoff hatte zuvor nochmals Reue gezeigt. Er habe einen “fürchterlichen Fehler” begangen, betonte er im Gerichtssaal. An die Opfer gewandt sagte er: “Es tut mir leid. Ich weiß, das hilft Ihnen nichts.”

Der Verteidiger hatte auf Milde und nur zwölf Jahre Haft plädiert. Madoff habe mit den Behörden kooperiert und auch nicht versucht, zu fliehen, sagte sein Anwalt. Lange zu leben habe er statistisch ohnehin nicht mehr.

Madoff hatte den jahrzehntelangen Mega-Betrug Mitte Dezember vergangenen Jahres seinen beiden mit in seiner Firma beschäftigten Söhnen gestanden. Wegen der Finanzkrise hatten zuvor Anleger hohe Summen abgezogen und das Betrugssystem so zum Einsturz gebracht.

Zu Beginn der Sitzung kamen stellvertretend einige Opfer zu Wort. Manche verloren ihre gesamten Ersparnisse und müssen sich nun mit staatlichen Essensmarken durchschlagen. “Keine Gnade”, sagte ein 63-jähriger Rentner laut US-Medien. Seine Frau weine jeden Tag um das Leben, das sie gemeinsam durch den Betrug verloren hätten.

Madoff will ganz allein und ohne Wissen anderer gehandelt haben. Auch Ehefrau Ruth (68) soll nichts geahnt haben. Die Gewinne bestehender Kunden bezahlte er stets mit dem Geld neuer Anleger. Die angeblichen Aktiengeschäfte und die Gewinne gab es nicht.

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