Papst: Knochen im Paulusgrab sind Apostelgebeine
Zum Abschluss des Paulus-Jahres hat Papst Benedikt XVI. gestern in Rom eine archäologische Sensation bekanntgegeben: Das Paulusgrab enthält vermutlich tatsächlich die Knochen des Apostels. Archäologen hatten erstmals die Knochen in dem Sarkophag in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern wissenschaftlich untersucht.

Forscher hätten die Knochenteile mit Hilfe der C-14-Methode untersucht und seien zu dem Schluss gekommen, dass sie auf das erste oder zweite Jahrhundert nach Christus zurückdatierten.
„An dem Sarg, der über so viele Jahrhunderte nicht geöffnet wurde, ist eine winzige Bohrung vorgenommen worden”, sagte Benedikt XVI. im Gottesdienst. Mit Hilfe einer Sonde seien Knochenfragmente entdeckt worden, ein „kostbares” Stück purpurfarbenen Leinenstoffs mit Goldpailletten und ein blaues Gewebe mit Leinenfasern, roter Weihrauch sowie rote Weihrauchkörner.
“Dies scheint die einhellige und unbestrittene Tradition zu bestätigen, dass es sich um die sterblichen Überreste des Apostels Paulus handelt”, sagte Benedikt weiter mit Bezug auf die schon fast 2.000 Jahre alte christliche Überlieferung, wonach es sich um das Grab des Paulus handelt.
Laut Volksglauben sollen Schädelfragmente des Heiligen in einer anderen Kirche in Rom, der Lateranbasilika beigesetzt sein. Nach christlicher Überlieferung wurde Paulus während einer Christenverfolgung in Rom geköpft.
Die archäologischen Arbeiten an dem Grab begannen 2002. Der Sarkophag selbst stammt aus dem 4. Jahrhundert und wurde unter dem Altar der Kirche eingesetzt. Die Kirche entschloss sich, den Sarg freizulegen, nachdem sich viele Gläubige 2000 bei den Feiern zum Heiligen Jahr enttäuscht gezeigt hatten, dass sie den Sarg nicht sehen und berühren können.
Nach der Überlieferung soll der Apostel Paulus im Jahr 67 in Rom enthauptet und an der Via Ostiense bestattet worden sein, wo Anfang des vierten Jahrhunderts die mächtige Basilika “San Paolo fuori le Mura” über seinem Grab gebaut wurde.
Vor etwa 500 Jahren wurde die Krypta mit dem Sarkophag geschlossen. Die Kenntnis vom genauen Ort des Grabes ging dann im Laufe der Jahre durch Umbauten, Restaurierungen und einen Brand verloren. Nach jahrelangen Bemühungen entdeckten die Archäologen schließlich 2005 einen römischen Sarkophag. Seit Dezember 2006 ist das Paulus-Grab nach 500 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich: Ein kleines Fenster unter dem Altar gibt den Blick auf eine Seite des Sarkophags frei.
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