Palästina: Israels Armee komplett aus Gazastreifen abgezogen
Die israelische Armee hat sich am Mittwoch vollständig aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Der letzte Soldat habe das Palästinensergebiet am Morgen verlassen, aber die Armee bleibe an der Grenze, um für alle Fälle gerüstet zu sein, sagte ein Militärsprecher der Nachrichtenagentur AFP.
Die Palästinenserorganisation Hamas hatte ihrerseits eine einwöchige Waffenruhe verkündet; in dieser Zeit müsste Israel seine Truppen vollständig abziehen.
Die israelische Regierung hatte am Sonntag beschlossen, die Truppen zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Obama aus dem Gazastreifen zurückzuziehen. Der Nahost-Konflikt könnte die erste außenpolitische Bewährungsprobe des neuen US-Präsidenten Barack Obama werden.
Die Außenminister der Europäischen Union und Israels beraten indessen am Mittwoch in Brüssel über einen dauerhaften Frieden für den Gazastreifen. Bei einem informellen Abendessen (ab 19.30 Uhr) treffen die 27 europäischen Chefdiplomaten erstmals seit Beginn der Waffenruhe am Wochenende ihre israelische Kollegin Livni. Österreichs Außenminister Spindelegger wird an dem Treffen nicht teilnehmen.
Frankreich geht nach dem Gaza-Krieg einen Schritt auf die Hamas zu, wenngleich die Palästinenserbewegung auf der EU-Liste terroristischer Organisationen steht. Durch Außenminister Kouchner hat Paris Bereitschaft bekundet, eine palästinensische “Regierung der nationalen Einheit” unter Einschluss der Islamisten als Gesprächspartner zu akzeptieren.
Der UNO-Nothilfekoordinator John Holmes will sich bei einer Reise in den Nahen Osten für die Öffnung aller Grenzen zum Gazastreifen einsetzen. Dies sei nicht nur für die Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln notwendig, sondern auch für die Lieferung von Baumaterial in das vom Krieg zwischen Israel und der Hamas zerstörte Gebiet. Die Vereinten Nationen gehen indes Vorwürfen nach, Israel habe im Gaza-Krieg möglicherweise Munition mit abgereichertem Uran verwendet.
Während ihrer verheerenden Angriffe aus der Luft, am Boden und vom Meer aus tötete die israelische Armee nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte mehr als 1300 Menschen, darunter 410 Kinder. Auch Krankenhäuser, Schulen und Einrichtungen der Vereinten Nationen wurden zerstört. Auf israelischer Seite starben zehn Soldaten und drei Zivilisten.
(afp/apa/nvk)
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