Pakistan Islamabad Rawalpindi: Attentat auf Marriot Hotel - 50 Tote
Bei einem schweren Autobombenanschlag auf das schwer bewachte Marriot-Hotel im Zentrum der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind nach Angaben der Polizei am Samstagabend mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als hundert weitere Menschen seien verletzt worden, viele schwebten in Lebensgefahr, teilte ein Sprecher mit. Flammen schlugen aus dem Gebäude, aus dem Rettungskräfte weiter Opfer zu retten versuchten. Es wird befürchtet, dass die Opferzahl weiterhin steigt, da noch immer Gäste und Angestellte in dem brennenden Gebäude eingeschlossen sind
Ein Polizeisprecher erklärte, Dutzende weitere Tote würden unter den Trümmern vermutet. Die gewaltige Detonation sei von mehr als 1.000 Kilogramm Sprengstoff verursacht worden.
Augenzeugen berichteten, dass ein Selbstmordattentäter unmittelbar vor das Luxushotel gefahren sei und dort den im Auto versteckten Sprengstoff gezündet habe. “Ich habe gesehen, wie ein Auto vor den Haupteingang gefahren und dann explodiert ist”, sagte ein Augenzeuge unmittelbar vor seinem Abtransport in das nächste Krankenhaus.
Das Luxushotel liegt in einer Hochsicherheitszone und ist nur rund 500 Meter von den Residenzen des Präsidenten und des Regierungschefs Pakistans entfernt.
Nur wenige Stunden zuvor hatte Präsident Asif Ali Zardari bei seiner Antrittsrede vor dem Parlament dem Terrorismus den Kampf angesagt. “Terrorismus und Extremismus müssen aus der Welt geschafft werden, ganz egal, wo und wann sie ihr hässliches Haupt erheben”, sagte er.
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US-Präsident George W. Bush bezeichnete im September Pakistan erstmals als “bedeutendes Kriegsgebiet im Kampf gegen den Terror”, wie die “Asia Times” berichtete.
Dabei ignorierte Bush allerdings eine Warnung aus dem National Intelligence Council (NIC), einem Bindeglied zwischen den verschiedenen US-Geheimdiensten und politischen Gruppen, das Experteneinschätzungen zu kritischen Fragen der nationalen Sicherheit liefert.
Patrick Lang, pensionierter Oberst und ehemaliger Defense Intelligence Officer für den Nahen Osten, erklärte, die Warnung sei klar formuliert gewesen: “Sie sagten, wenn ihr die pakistanische Regierung scheitern sehen wollt, macht weiter so.” Der Einmarsch amerikanischer Bodentruppen in ein Dorf im Nordwesten Pakistans und die darauffolgenden Bombardements zeigten, dass diese Warnung schlicht ignoriert wurde.
Wenn die US-Angriffe auf pakistanischem Gebiet andauern und weitere zivile Opfer fordern, könnte das nach Einschätzungen des NIC auch viele Soldaten zum Überlaufen zu den Islamisten bringen.
Die pakistanische Armee befürchtet, durch die US-Angriffe die Unterstützung der Stammesbevölkerung in den Gebieten zu verlieren, die bisher die Taliban abgelehnt hatte.
“Solche Aktionen sind vollkommen kontraproduktiv und können große Verluste zur Folge haben, weil sie Zivilisten einen Grund geben, sich gegen die pakistanische Armee aufzulehnen”, sagte der Sprecher des pakistanischen Militärs, General Athar Abbas, gegenüber der “New York Times”.
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