Oskar Lafontaine, muss sich einer Krebsoperation unterziehen

Der Vorsitzende der deutschen Linken, Oskar Lafontaine, muss sich einer Krebsoperation unterziehen. Der seit längerem geplante chirurgische Eingriff werde am Donnerstag durchgeführt, teilte der 66-Jährige am Dienstag in Berlin mit. Lafontaine will erst nach der überstandenen Operation darüber entscheiden, in welcher Form er seine politische Arbeit weiterführt.
Angaben, um welche Krebsart es sich handelt, machten weder Lafontaine noch seine Partei. Der Saarländer war im Oktober - nur wenige Wochen nach der Bundestagswahl vom 27. September - überraschend vom Fraktionsvorsitz seiner Partei zurückgetreten und sah sich daraufhin dem Vorwurf der Wählertäuschung ausgesetzt. Diesen wies er in der “Saarbrücker Zeitung” als “absurd” zurück. Er sei “nach wie vor Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter”, sagte er.
“Der Spiegel” hatte am Wochenende behauptet, Lafontaines Rückzug habe private Gründe. Wegen einer angeblichen Affäre mit der Parteilinken Sahra Wagenknecht solle seine Frau Druck auf ihn ausgeübt und seinen Rückzug aus Berlin gefordert haben. Dieser sei bereits vor der Bundestagswahl beschlossen worden.
Die Linke hatte den “Spiegel”-Bericht bereits am Montag heftig kritisiert. Mit seriösem Journalismus habe “die seit einiger Zeit betriebene Hass-Kampagne gegen Lafontaine nichts zu tun”, kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Ulrich Maurer.
Lafontaine gilt als eine der schillerndsten Figuren in der deutschen Politik. Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 trat er als Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl an. Von 1995 bis 1999 war er SPD-Vorsitzender. Nach der Bundestagswahl 1998 wurde er Finanzminister. Im März 1999 legte er überraschend alle politischen Ämter nieder. 2005 wechselte Lafontaine von der SPD zur neu gegründeten Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit, die 2005 ein Bündnis mit der PDS einging und sich Linkspartei.PDS nannte.
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