Oesterreich: Internationale Pressestimmen zur Nationalratswahl
Internationale Pressestimmen zum Ergebnis der Nationalratswahl 2008 in Österreich:
International Herdald Tribune
Austria’s governing coalition is in turmoil after losing seats in parliament and watching two far-right parties make big gains in national elections. The conservative Austrian People’s Party and the SocialDemocrats had their worst showing since World War II. Two rightist parties - the Freedom Party and the Alliance for the Future of Austria - capitalized on voter discontent and got a combined 29 percent.At least one of the far-right parties may end up part of a new ruling coalition. Talks on a new government are expected to begin later this week and could drag on for months.
The People’s Party called a meeting for Monday afternoon, amid speculation that leader Wilhelm Molterer will step down after Sunday’s disastrous results.
Agentur AFP
Österreicher strafen SPÖ und ÖVP bei Nationalratswahl ab.
Bei der österreichischen Parlamentswahl haben die Parteien der geplatzten großen Koalition zu Gunsten der Rechtspopulisten ihre historisch schlechtesten Ergebnisse eingefahren. Die sozialdemokratische SPÖ kam bei dem vorgezogenen Urnengang laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 29,7 Prozent der Stimmen, die konservative Volkspartei ÖVP lag bei 25,6 Prozent. Deutlich zulegen konnten dagegen die rechtspopulistischen Parteien FPÖ und BZÖ, die zusammen einen Stimmenanteil von 29 Prozent erreichten.
BBC Europe Internet Ausgabe
Our correspondent described the far-right gains as a “slap in the face” to the centrist parties, which suffered their worst results since World War II. Final results will not be released until 6 October after absentee and postal ballots, making up about 10% of the votes, are counted. For the first time in an EU country, 16 and 17-year-olds were able to vote. This bloc represented about 200,000 of the 6.3 million-strong electorate.
Elections were last held in October 2006. It took a further six months for the government to form a cabinet. The far-right showing was its strongest since 2000, when the Freedom Party won 28% and gained a place in the coalition government with the conservatives.
That development sparked outrage across Europe and for several months Austria was placed under EU sanctions. Analysts say the far right could now re-enter government but only after all other options are exhausted.
These include another grand coalition - an option most Austrians oppose - or pacts with the Greens or the two other smaller parties.
Bild.de Internet Ausgabe
Es waren wohl vor allem die von der großen Koalition enttäuschten Protestwähler, die der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und der vor Jahren davon abgespaltenen Jörg-Haider-Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) diese Gewinne einbrachten.„Die wahren Gewinner sind zweifellos FPÖ und BZÖ”, analysiert der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier die Hochrechnungen.Die Folgen für Österreich sind noch unklar. Im Wahlkampf schlossen die etablierten Parteien immer eine Zusammenarbeit mit den Rechten aus. Dennoch stand die Sorge vor einer Wiederholung der alpenländischen Geschichte im Raum: Im Jahr 2000 hatte die konservative ÖVP mit der FPÖ als zweitstärkste Kraft eine umstrittene Regierungskoalition unter ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gebildet. Dies hatte nachhaltige Konsequenzen für das südliche Nachbarland Deutschlands: EU-Sanktionen und außenpolitische Isolierung.Als wahrscheinlich gilt nun eine Neuauflage der Großen Koalition unter SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann. Eine Zusammenarbeit mit den Rechtsparteien haben Sozialdemokraten und und Konservative ausgeschlossen.
Jerusalem Post
The right-wing parties had not been expected to consider joining forces, given a past of frequent squabbling. However, Alliance leader Joerg Haider said Sunday it is something worth thinking about. And Freedom Party chief Heinz-Christian Strache suggested he was interested in becoming chancellor.

Supporter of Heinz Christian Strache,
top candidate of the right-wing Freedom Party, FPOE, celebrates in a tent in downtown Vienna.
Photo: AP
“We don’t have more right-oriented voters than in 2006, when they gained 15 percent together,” political commentator Peter Filzmaier said in an pre-election interview. “It’s because of a negative mood of frustration, of political mistrust of the grand coalition.”
With no party winning an outright majority, a coalition will need to be formed. Social Democrat leader Werner Faymann has rejected the possibility of joining forces with either right-wing party. In 1999 elections, the Freedom Party - then headed by Joerg Haider - achieved 27 percent of the votes and was included in the government, leading to months of European Union sanctions.
Dawn - Pakistan Internet Ausgabe
Early estimates showed Austria’s Social Democrats gathering the largest share of the vote in Sunday’s general election, but the biggest gains were on the far-right, two sets of researchers said. According to an estimate by the independent ARGE institute, compiled for the Austrian news agency APA, the Social Democrat SPOe - the largest party in Austria’s previous left-right coalition - scored 29.2 percent of the vote, based on 25 percent of votes cast by 1400 GMT. The centre-right People’s Party or OeVP came second with 24.9 percent. But the far-right Freedom Party or FPOe saw its score jump by 7.3 percentage points to 18.3 percent.
N24 Internet Ausgabe
Rund 30 Prozent - Wahltriumph für Österreichs Rechte
Die österreichischen Wähler haben die Parteien der geplatzten großen Koalition abgestraft. Während sie schlechte Ergebnisse verkraften müssen, feiern die Rechtsparteien einen Triumph.
Sueddeutsche Internet Ausgabe

Die Sieger des Abends: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (links)und BZÖ-Gründer Jörg Haider.
Österreich erlebt einen dramatischen Rechtsruck. Es ist noch schlimmer gekommen, als sich dies die zugleich zornigen und verzagten Österreicher ausgemalt hatten. Niemals seit 1945 haben Sozialdemokraten und Christsoziale derart schlecht in Parlamentswahlen abgeschnitten. Niemals hat die radikale Rechte so viel eingeheimst. Ein Parteienegoismus, den das Publikum nurmehr als widerwärtig empfand, hat seine Antwort durch die Bürger bekommen.
Dass es dabei die Volkspartei (ÖVP) noch stärker getroffen hat, ist nur gerecht: Sie hatte sich in einer Form von Destruktion gefallen, zu der nicht einmal die sonst so rankünenreichen Sozialdemokraten (SPÖ) fähig waren. Außerdem hatte die SPÖ eine wenigstens scheinbar erneuerte Führung vorzuweisen, was ihr jetzt die vage Anwartschaft auf die Regierungsbildung einbringt.
Die ÖVP hat mit den alten Apparatschiks weitergemacht. Deren Ende ist nahe. Der amtierende Vizekanzler Wilhelm Molterer, der sich mit viel Witz und Taktik gegen den Willen seiner ÖVP als Kanzlerkandidat durchgesetzt hatte, wird abtreten müssen. Mit ihm aber wird sich die ÖVP auch eines düsteren Geistes entledigen können - des früheren Kanzlers Wolfgang Schüssel, der als Fraktionschef die zersetzende Politik der letzten Jahre wesentlich mitverantwortet hat.
Erledigt ist damit auch der Mythos, den Schüssel so gerne pflegte: Er habe durch die Regierungsbeteiligung des Rechtsaußen Jörg Haider im Jahr 2000 dessen Wirksamkeit und Charisma vernichtet. Von wegen: Haider hat das BZÖ, ein lächerliches, weithin weder mit Programm noch Organisation erkennbares Spaltprodukt seiner alten Freiheitlichen Partei (FPÖ), allein durch sein geschicktes Auftreten im Wahlkampf zur viertstärksten Partei noch vor den Grünen gemacht.
Welcher Drache wurde da von wem erlegt? Welche Schande für die anderen Gruppierungen, dass sie sich von einem alternden Volkstribunen, der nur ein bisschen Kreide gefressen hat, den Schneid abkaufen lassen müssen.
Der erklärte Verfassungsfeind - Haider missachtet besonders in Volksgruppenfragen offen die Konstitution und verhöhnt die Urteile des Verfassungsgerichtshofes - konnte sogar die verzweifelt dagegen haltenden Grünen vorführen und abhängen. Dass es so weit kommen konnte, liegt auch und gerade an Schüssel und der ÖVP, die früher dem Treiben des Kärntner Alpen-Ayatollahs nichts entgegensetzen mochten.
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