Kinderpornografie: Operation Smasher - 987 Tatverdächtige ausgeforscht
Der weltweit größte Schlag gegen die internationale Kinderpornografie-Szene im Internet ist der deutschen Polizei geglückt. Gegen Verdächtige aus insgesamt 98 Ländern wird ermittelt.
Begonnen hat alles bereits im Jahr 2006: Die deutschen Beamten waren bei einem Internetportal im Bereich der Staatsanwaltschaft Konstanz auf Videos über den massiven sexuellen Missbrauch zweier zehn- und zwölfjähriger Mädchen gestoßen. Eines der beiden Mädchen hatten ihre Peiniger sogar gefesselt. Vom Provider, der den Speicherplatz zur Verfügung stellte, erhielten sie 41.000 Verbindungsdaten von Besuchern der Seite aus 98 Staaten.
Auch 786 Zuschauer aus der Schweiz konsumierten die Vergewaltigungsvideos junger Mädchen. Der Anteil der Schweizer Zugriffe ist erstaunlich hoch. Insgesamt 786 Einträge aus den Logfiles der Serverzugriffe konnten in die Schweiz zurückermittelt werden. Diese wurden bereits im Jahre 2006 an das Bundesamt für Polizei in der Schweiz weitergeleitet. Im Mai des vergangenen Jahres haben die Sonderermittler dann zugeschlagen und 200 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurde umfangreiches Datenmaterial sowie Hardware sichergestellt.
In insgesamt 22 Kantonen ist die Polizei mit der Detailauswertung beschäftigt. Die meisten Fälle liegen in Zürich und Bern vor. Bislang war nur eine Polizei-Aktion im Bereich Kinderpornografie noch grösser. Bei der Operation «Genesis» wurden im Jahre 2001 über 1000 Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Weitere 7.500 Besucher stammten aus Deutschland, 987 Tatverdächtige konnten bisher ausgeforscht werden.
Auch im Ausland habe es Ermittlungserfolge gegeben, erklärte die Polizei: So seien 80 Festnahmen in Österreich bekannt, 65 in Polen, 53 in der Türkei und 38 in Australien.
Im Zuge der Ermittlungen seien alleine in Deutschland 1.000 PCs, 1.800 Videos und fast 45.000 Datenträger sichergestellt worden.
Mehrere hundert Verdächtige - meist Männer - seien bereits überführt, erklärte die Polizei.
In drei Fällen habe sich herausgestellt, dass sich die Verdächtigen auch an ihren Töchtern vergangen hätten. Ein 41-Jähriger aus Schleswig-Holstein sei deswegen zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er habe seine beiden Töchter und andere Mädchen fast täglich missbraucht.
Man habe sich erst jetzt dazu entschieden, mit der “Operation Smasher” an die Öffentlichkeit zu gehen.
Laut österreichischem Bundeskriminalamt gehe man derzeit von 125 tatverdächtigen IP-Adressen in Österreich aus. Wie viele Personen dahinter stecken, könne man im Moment noch nicht genau sagen. Die von der Nachrichtenagentur AP gemeldeten 80 Festnahmen in Österreich hat es laut BK-Sprecher Helmut Greiner jedoch nicht gegeben: “Wir ermitteln gegen 125 IP-Adressen. Wie viele Leute dahinter stecken, ist schwer zu sagen, denn es könnten mehrere Personen hinter einer Adresse stecken, aber ebenso könnte eine Person mehrere Adressen benutzen.”
Quelle: agenturen
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Time: August 22, 2008, 6:18 pm
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