Israelische Marine kapert internationales Hilfsschiff mit Blutplasma für Gaza
Die israelische Marine hat erstmals ein internationales Hilfsschiff mit 10.000 Einheiten von Blutplasma, auf seiner Fahrt in den Gazastreifen mit brutalster Gewalt aufgebracht. Die Kriegsschiffe geleiteten das libanesische Schiff anschließend in den israelischen Hafen Aschdod. Augenzeugen an Bord berichteten, daß israelische Soldaten die Crew zusammenschlugen und das Schiff beschossen.
“Es war keine ruhige Maßnahme, aber wir hatten keinerlei Absicht, jemandem etwas zu Leide zu tun” sagte später ein israelischer Militärtsprecher. “Es gab keinen Einsatz von Feuerwaffen.” Die Hilfsgüter sollten nun über den Landweg durch die “legitimen Grenzübergänge” in den Gazastreifen gelangen, sagte der Sprecher.
Der Organisator der Hilfsreise, Maan Baschur, sagte, man habe den Kontakt mit dem Schiff verloren. “Ich halte die Israelis verantwortlich für die Sicherheit der Menschen an Bord, sagte er. Es sei am Mittwoch von israelischen Kriegsschiffen beschossen worden, habe die Reise jedoch fortgesetzt. 10.000 Einheiten von Blutplasma seien in Gefahr, weil sie ständig gekühlt werden müssten, teilten die Organisatoren zudem mit. Das Plasma werde im Gazastreifen dringend benötigt.
Seit vergangenem Jahr sind bereits mehrere internationale Hilfsschiffe in den Gazastreifen gefahren, gegen den Israel eine Blockade verhängt hat. Es ist das erste Mal, dass die israelische Marine eines der Schiffe unter ihre Kontrolle brachte.
Das Schiff war am Dienstag von der libanesischen Hafenstadt Tripoli aus aufgebrochen und hatte vor der Reise nach Gaza Zwischenstation in Zypern gemacht. Es hat nach libanesischen Angaben etwa 50 Tonnen Medikamente, Lebensmittel, Kleidung und Spielsachen an Bord. Unter den Mitreisenden ist auch der ehemalige Jerusalemer Erzbischof Hilarion Capucci. Er war 1974 wegen Waffenschmuggels für die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO verhaftet und zu zwölf Jahren Haft in Israel verurteilt, jedoch drei Jahre später auf Bitte des Vatikan freigelassen worden
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak sagte unterdessen, eine Vereinbarung Israels und der USA gegen Waffenschmuggel in den Gazastreifen sei für Ägypten nicht bindend. “Der Schmuggel von Waren ist Ergebnis der Blockade”, sagte er zudem in einer Ansprache, die am Donnerstag von ägyptischen Zeitungen veröffentlicht wurden. Internationale Vereinbarungen mit Israel dürften nicht die ägyptische Souveränität verletzten, erklärte Mubarak.
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