Irak: 117 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau nahezu wirkungslos
Mehr als 100 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Iraks nach dem US-Einmarsch vor mehr als fünf Jahren sind laut einem Bericht der “New York Times” nahezu wirkungslos geblieben. Bis Mitte 2008 seien 117 Milliarden Dollar (88 Milliarden Euro), davon rund 50 Milliarden US-Steuergelder, in den Aufbau des Iraks geflossen, berichtete die “NYT” unter Berufung auf den Entwurf eines US-Regierungsberichts auf ihrer Website. Mit dem Geld sei dem Bericht zufolge aber kaum mehr wiederaufgebaut worden, als beim US-Einmarsch im März 2003 und den folgenden Plünderungen im Land zerstört worden sei.
Als wichtigen Grund für die Wirkungslosigkeit der Investitionen führt der 513 seiten lange Regierungsbericht laut “NYT” die mangelnden Kenntnisse der US-Behörden über den Irak auf. Die Planung für den Wiederaufbau sei nicht mit der notwendigen Sorgfalt erfolgt. So habe ein Beamter der Behörde für Internationale Entwicklung nur vier Stunden Zeit bekommen, um zu prüfen, wie viele Kilometer Straße im Irak repariert und wieder in Betrieb genommen werden müssten. Die Schätzung des Beamten, die sich auf Recherchen in der Bibliothek der Behörde stützten, seien direkt in den US-Rahmenplan für den Irak eingeflossen, zitierte die “NYT” aus dem Berichtsentwurf.
Die Aufteilung von Hilfsgeldern wurde dem Bericht zufolge einem Patronagesystem überlassen, dass von örtlichen Politikern und Stammeschefs kontrolliert wurde. Zusammenfassend stellte das Regierungspapier laut “NYT” fest, dass die US-Regierung weder die richtige politische Strategie verfolge noch über die Organisationsstrukturen verfüge, um den größten Wiederaufbau eines Landes seit dem Marshall-Plan für das durch den Zweiten Weltkrieg zerstörte Europa zu bewältigen.
Quelle: afp
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