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Internationale Pressestimmen zum Tod von Jörg Haider

11 October, 2008 (11:11) | News | User Imageeinstein




Pressestimmen zum Tod von Dr. Jörg Haider
Foto: REUTERS/Heinz-Peter Bader/Files

Am 11. Oktober 2008 verstarb der Kärntner Landeshauptmann Dr. Jörg Haider bei einem Verkehrsunfall. Nachfolgend Auszüge internationaler Pressestimmen.

Agence France Press - AFP Englische Ausgabe: Austrian far-right leader Haider dies in car accident

Haider, Austria’s most notorious post-war politician, headed the Alliance for Austria’s Future after turning the country’s Freedom Party (FPOe) into a political force in the 1980s and 1990s and prompting EU sanctions against Austria in 2000.

Perpetually tanned, athletic and stylish, he transformed from a young firebrand to an experienced politician in the past decade, helping his young BZOe party, only founded in 2005, to its best result in general elections held last month.

Media-savvy he never stayed out of the limelight for long, offering to mediate hostage crises in North Africa with his good friend Seif al-Islam, the son of Libyan leader Moamer Kadhafi, and forcibly removing bilingual street signs in Carinthia, which has a strong Slovenian minority.

Agence France Press - AFP Deutsche Ausgabe: Österreichischer Rechtspopulist Haider tödlich verunglückt

Haider hatte mit dem BZÖ bei den Parlamentswahlen Ende September mit einem Stimmenanteil von elf Prozent ein Comeback in der Bundespolitik erzielt. Wegen zahlreicher zweideutiger Äußerungen zum Nationalsozialismus war der Rechtspopulist sehr umstritten. So hatte er die Konzentrationslager als “Straflager” bezeichnet und von einer “ordentlichen Beschäftigungspolitik” des Dritten Reichs gesprochen.

ARD: Rechtspopulist Haider tödlich verunglückt

Immer wieder war Haider im Laufe seiner politischen Karriere abgeschrieben worden, doch immer wieder schaffte er ein Comeback. 1999 als Kärntner Landeshauptmann, ein Jahr später auch auf bundespolitischer Ebene, als er mit der ÖVP unter Wolfgang Schüssel eine umstrittene Regierung zimmerte, der er selbst allerdings nicht angehörte. Proteste gegen ihn selbst und seine Politik konterte er stets mit markigen Sprüchen: “Es ist eine demokratische Antwort auf die ständigen Versuche einen Landeshauptmann, der nicht ins Rot-Schwarze Machtsystem hereinpasst, irgendwie wegzuputschen oder einzusperren oder vor Gericht zu stellen oder sonst irgendwie abzuschaffen.”

Associated Press - AP: Police say Austrian rightist Haider dead at 58

In particular, Haider wanted to distance himself from his rightist past, which included a comment in 1991 that the Third Reich had an “orderly employment policy” and a 1995 reference to concentration camps as “the punishment camps of National Socialism.”

Haider, known for his charisma and intelligence, enjoyed tremendous popularity in Carinthia.

BBC: Austria’s Haider dies in accident

In 2005, Mr Haider left the Freedom Party and founded the Alliance for Austria’s Future, which scored its best result so far in elections last month, gaining 11% of the vote.

This was, however, well below the 27% which the Freedom Party won under his leadership in 1999 - a high mark in Mr Haider’s electoral career at national level.

“With his passing, Austria has lost a great political figure,” said Heinz-Christian Strache, who had taken over as leader of the Freedom Party after Mr Haider left.

Frankfurter - FAZ: Jörg Haider tödlich verunglückt
Einer der umstrittensten Politiker Österreichs

Haider war seit fast zehn Jahren Landeshauptmann (Ministerpräsident) von Kärnten. Durch seine rechtspopulistischen Äußerungen war Haider einer der umstrittensten und international bekanntesten Politiker Österreichs. Seine politischen Äußerungen - vom Lob der NS-Beschäftigungspolitik bis zur Forderung von elektronischen Fußfesseln für Asylbewerber - sorgten regelmäßig über die Grenzen hinaus für Empörung. Schlagzeilen machte auch sein Bauverbot für Moscheen mit Minaretten oder die eigenmächtige Ausweisung von Asylbewerbern in die benachbarten Bundesländer.

Jerusalem Post: Austrian far-rightist leader Joerg Haider dies in car accident

Haider, known for his charisma and intelligence, enjoyed tremendous popularity in Carinthia.

Kronenzeitung: Landeshauptmann Jörg Haider tödlich verunglückt

Mit dem plötzlichen Tod Haiders, eines viel kritisierten und doch auch mit Respekt behandelten “Enfant terribles” der österreichischen Politik, verliert das Land einen seiner in jeder Hinsicht profiliertesten Politiker. Ob es Haider gelungen wäre, mit dem Ergebnis von 2008 eine Große Koalition zu verhindern, bleibt nun unbeantwortet. Wie es mit dem BZÖ ohne ihn weitergeht, steht wohl in den Sternen. Sein politisches Ziel formulierte Haider einmal damit, dass er die politische Wirklichkeit Österreichs verändern wolle. Das ist ihm zweifelsohne gelungen.

N24: Schwerer Autounfall Österreichs Rechtspopulist Jörg Haider tot

Umstrittenster Politiker Österreichs -Durch seine rechtspopulistischen Äußerungen war Haider einer der umstrittensten und international bekanntesten Politiker Österreichs. Seine Partei hatte bei der Parlamentswahl am 28. September überraschend stark abgeschnitten und elf Prozent der Stimmen gewonnen. Haider hatte 1999, auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere, mit seiner FPÖ erstmals die konservative ÖVP überflügelt.

Obwohl Haider damals auf einen Posten in der Regierung unter dem ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel verzichtete und Anfang 2000 auch den Parteivorsitz niederlegte, kam es zu heftigen Protesten. Die EU-Staaten hielten monatelang bilaterale Sanktionen gegen Österreich aufrecht. 2002 rief er mit einem Besuch beim irakischen Machthaber Saddam Hussein erneut internationalen Protest hervor.

New York Times: Leader of Austrian Right Dies in Crash

He caused an international stir when the Freedom Party formed a coalition government with the conservative People’s Party in 2000, setting off widespread condemnation and European Union sanctions. Mr. Haider made headlines by campaigning on an anti-immigration ticket.
 

Reuters: Austrian far right leader Haider dies in car crash

Unusual in Austria’s staid political world, Haider was a gregarious character who struck a popular chord among many ordinary people and had friendly personal relations even with his political adversaries. 

Haider returned as party chief this year and, adopting a strikingly milder tone and declaring his openness to a coalition with any party, led the Alliance to 11 percent of the vote in the September 28 election, behind Freedom’s 17.5 percent. The result could reconfigure Austrian politics with the Social Democrats, which re-emerged as the largest party, likely to struggle to form a stable coalition if it ignores the right.

Der Spiegel: Rechtspopulist Jörg Haider bei Autounfall getötet

Haider hatte 1999, auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere, mit seiner FPÖ erstmals die konservative ÖVP überflügelt. Obwohl Haider damals auf einen Posten in der Regierung unter dem ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel verzichtete und Anfang 2000 auch den Parteivorsitz niederlegte, kam es zu heftigen Protesten.

Die EU-Staaten hielten monatelang bilaterale Sanktionen gegen Österreich aufrecht. 2002 rief er mit einem Besuch beim irakischen Machthaber Saddam Hussein erneut internationalen Protest hervor.

Für Empörung sorgte Haider in seiner politischen Laufbahn mehrfach mit Kommentaren über die NS-Zeit. Auf die Frage nach den engen Verbindungen seiner oberösterreichischen Eltern zu den Nazis im Zweiten Weltkrieg sagte er: “Im Nachhinein ist man immer klüger.”

Nachdem er die “ordentliche Beschäftigungspolitik” im Dritten Reich gelobt hatte, musste er als Landeshauptmann von Kärnten 1991 zurücktreten, da die ÖVP ihm die Zusammenarbeit aufkündigte.

Sueddeutsche Zeitung: Starker Mann seiner Partei

“Mit seinem Ableben verliert die Republik einen großartigen Politiker”, sagte der Chef der rechten Partei FPÖ, Heinz-Christian Strache. Strache gilt als politischer Ziehsohn Haiders, seit der Spaltung der Partei war das Verhältnis zwischen beiden jedoch äußerst angespannt.

Als Sohn eines Schuhmachers und einer Lehrerin wurde Haider in Oberösterreich geboren, nach dem Abitur studierte er in Wien Jura. 1977 machte er dann als FPÖ-Landesparteisekretär die Politik zu seinem Beruf und begann eine steile Karriere. Lange Jahre war der Rhetorik-und Medienprofi der “starke Mann” der Partei und zimmerte im Hintergrund unter anderem an der umstrittenen Regierungskoalition im Jahr 2000 mit der konservativen ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Nach Konflikten mit seiner Heimatpartei hatte sich Haider 2005 mit dem Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) selbstständig gemacht.

Für Empörung sorgte Haider in seiner politischen Laufbahn mehrfach mit Kommentaren über die NS-Zeit. Auf die Frage nach den engen Verbindungen seiner oberösterreichischen Eltern zu den Nazis im Zweiten Weltkrieg sagte er: “Im Nachhinein ist man immer klüger.” Nachdem er die “ordentliche Beschäftigungspolitik” im Dritten Reich gelobt hatte, musste er als Landeshauptmann von Kärnten 1991 zurücktreten, da die ÖVP ihm die Zusammenarbeit aufkündigte.

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