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Gaza: Israelische Massaker gehen am 19. Tag mit unverminderter Härte weiter

15 January, 2009 (11:32) | Palestine/Middle East | User Imagevercingetorix




Auch 19 Tage nach dem Beginn des Masskers der israelischen Armee geht das Töten im Gazastreifen mit unverminderter Härte weiter. Dutzende israelische Panzer sind am Donnerstagmorgen nach Augenzeugenberichten erstmals tiefer in ein Wohnviertel der Stadt Gaza eingerückt. Unterstützt von der Luftwaffe drangen sie demnach ins Zentrum des Stadtteils Tal el Hawa ein, das am Rande der Hauptstadt des Gazastreifens liegt.

Israelische Panzer rückten auch in zwei weitere Stadtteile von Gaza vor, Al-Choudaiya und Zaytun, von wo ebenfalls Kämpfe gemeldet wurden.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete am frühen Donnerstagmorgen von Artilleriebeschuss und Luftangriffen in den östlichen und nordöstlichen Stadtbezirken von Gaza. Auf Live-Bildern waren Explosionen im Stadtgebiet zu sehen und Gefechtslärm zu hören. Israelische Soldaten lieferten sich den Berichten zufolge erbitterte Kämpfe mit palästinensischen Widerstandskämpfern, die Granaten und Panzerabwehrraketen abfeuerten.

Nach Angaben der Augenzeugen schossen die Panzer auch Geschosse auf Wohnhäuser, während die Luftwaffe Angriffe flog. Eine Panzerkolonne bezog Stellung in einem Park inmitten des Stadtteils. Hunderte von Familien sind inmitten der Kämpfe eingeschlosen und haben keine Möglichkeit zur Flucht. Ambulanzen können keine Verletzten bergen, Feuerwehren fahren nicht mehr um Brände zu löschen die durch israelische Phosphorgranaten entfacht wurden.

Die israelische Armee beschoss Gebäude und Hilfsmittellager der Vereinten Nationen mit 4 Phosphor-Bomben. Lebensmittel, Medikamente und medizinische Hilfmittel stehen in Flammen. Büros und Einrichtungen von internationalen Nachrichtenagenturen wurden gezielt beschossen.  Unter den Verletzten sollen auch Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters sein. Ein Rot-Kreuz Spital mit 700 Patienten wurde von einer Phosphor-Bombe getroffen und steht in Flammen. Phosphor, einmal entzündet kann mit herkömmlichen Mitteln nicht gelöscht werden.

In Rafah im Süden des Gazastreifens soll den Berichten zufolge in der Nacht erneut auch eine Moschee von israelischer Artillerie beschossen worden sein.

Seit Beginn des israelischen Massakers am 27. Dezember starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza 1033 Palästinenser. Allein am Mittwoch, dem 19. Tag des Einsatzes, kamen demzufolge 43 Menschen im Gazastreifen ums Leben. 4650 Bewohner wurden bisher verletzt.

Aus Protest gegen den Militäreinsatz im Gazastreifen haben Venezuela und Bolivien ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen. Das teilten die linksgerichteten Regierungen der südamerikanischen Länder in Caracas und La Paz mit. Boliviens Präsident Evo Morales warf der israelischen Regierung ein “unverhältnismäßiges” Vorgehen im Gazastreifen vor und forderte den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf, entsprechende Untersuchungen aufzunehmen.

Die venezolanische Regierung kündigte ebenfalls an, sich bei den Vereinten Nationen dafür einsetzen zu wollen, dass sich Israel vor dem Strafgerichtshof für “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” verantworten muss. Vor einer Woche hatte Venezuela bereits den israelischen Botschafter ausgewiesen und den Militäreinsatz im Gazastreifen als “Staatsterrorismus” verurteilt.

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