Formel-1 Crashgate: Urteil über Renault noch für heute erwartet

Nach nur 90 Minuten war die Anhörung im “Crashgate”-Skandal der Formel 1 vor dem Motorsport-Weltrat des Automobilweltverbandes FIA in Paris beendet. Die Beteiligten mussten vor den 26 Mitgliedern des Weltrats, darunter auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk und der tschechische Verbandschef Radovan Novák, Rede und Antwort stehen.
Dabei ging es um die Rolle Renaults in dem Skandal. Schlimmstenfalls droht dem Team der WM-Ausschluss. Da die Franzosen mit der FIA kooperiert haben, könnte es auch auf eine Geldstrafe hinauslaufen. Sogar ein Freispruch ist nicht auszuschließen, da die FIA keinen weiteren Hersteller verlieren will.
Mit einem Urteil wird noch im Laufe des Montags gerechnet. Die Kürze der Anhörung lässt darauf schließen, dass die Renault-Verantwortlichen wie zuvor schon angekündigt in vollem Umfang kooperiert haben und geständig waren.
Die mutmaßlichen Drahtzieher des absichtlichen Unfalls beim Singapur-Grand-Prix im September 2008, der damalige Teamchef Flavio Briatore und dessen Chefingenieur Pat Symonds, waren nicht in Paris. Beide sind inzwischen von ihren Posten zurückgetreten und mussten deshalb laut FIA-Statuten auch nicht mehr vor dem FIA-Gericht erscheinen.
Der Schotte Jackie Stewart, wie Lauda dreimal Champion, stellt das ganze System der Königsklasse infrage: “Da ist etwas grundsätzlich faul im Herzen der Formel 1. Ich habe noch nie zuvor erlebt, dass die Formel 1 einen solchen Hang zur Selbstzerstörung hat.” Doch Ecclestone ist sicher, dass sich die Räder im PS-Zirkus weiterdrehen. “Die Formel 1 hat den Tod von Ayrton Senna und den Rücktritt von Michael Schumacher überstanden. Sie ist größer als alles.”
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