Finanzkrise: Lehman Brothers insolvent - Börsen auf Talfahrt
Die angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers ist insolvent. Nach dem Scheitern von Rettungsversuchen teilte das Kreditinstitut in der Nacht auf Montag mit, dass es Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts beantrage. Diese Regelung erlaubt Unternehmen die Sanierung bei laufendem Betrieb, ohne Gläubiger bedienen zu müssen. Fachleute erwarten bei einem Konkurs der traditionsreichen US-Bank ein Beben im US-Finanzsektor.
Der drohende Bankrott hatte sich bereits vor Wochen abgezeichnet - (wir berichteten darüber) - als erforderliche Finanzspritzen ausgeblieben und potenzielle Käufer abgesprungen sind. Die britische Bank Barclays hatte am Wochenende Gespräche abgebrochen. Auch die Bank of America fällt als Käufer weg, da der Finanzkonzern überraschend die Investmentbank Merrill Lynch übernimmt.
Die Übernahme habe einen Wert von 50 Milliarden Dollar, der in Aktien gezahlt werden solle, teilte die Bank of America mit. Die Transaktion solle im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden. Merrill Lynch kämpft ähnlich wie Lehman mit Milliardenverlusten und einem massiven Kurssturz.
Trotz eines Krisengipfels von US-Regierung und führenden Banken war die Hoffnung auf eine Rettung von Lehman Brothers immer kleiner geworden. Mögliche Käufer der viertgrößten US-Investmentbank zogen wegen unkalkulierbarer Risiken ihre Angebote zurück. Finanzminister Paulson schloss die zuvor in anderen Fällen geleisteten Staatshilfen aus.
Unterdessen kündigte die US-Notenbank Fed eine Reihe von Initiativen zur Unterstützung der Finanzmärkte an. Zehn große internationale Banken gaben außerdem bekannt, einen mit 70 Milliarden US-Dollar dotierten Hilfsfonds einrichten zu wollen, der Kreditinstitute vor Liquiditätsengpässen bewahren soll. Bei den zehn Instituten handelte es sich um Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, JPMorgan und Merrill Lynch.
Auch die Krise beim Versicherungskonzern AIG verschärfte sich am Sonntag dramatisch. Medienberichten zufolge bat die AIG die US-Notenbank um kurzfristige Finanzhilfe.
AIG-Chef Robert Willumstad habe am späten Sonntagabend Kontakt zur Fed aufgenommen, berichteten der TV-Sender CNBC und das “Wall Street Journal” übereinstimmend.
Die Versicherung musste infolge der Kreditkrise deutliche Kursverluste hinnehmen. Der “New York Times” zufolge drohten Rating-Agenturen damit, AIG herabzustufen. Als Folge könnten Geschäftspartner ihr Kapitel abziehen. In diesem Fall könne die Versicherung noch 48 bis 72 Stunden überleben, berichtete das Blatt weiter.
Aufgrund der Entwicklung in den USA starteten die europäischen Börsen schwach. Der DAX in Frankfurt verlor rund drei Prozent.
Links:
- ist-lehman-brothers-noch-zu-retten-bank-steht-vor-bankrott
- weitere-milliarden-bei-lehman-brothers-benoetigt
| 3.2 |
« Formel 1: Deutschlands Superstar - Sebastian Vettel - Sieg in Monza
Afghanistan - Pakistan border: Pakistani troops forced U.S. military helicopters to turn back »
einstein




