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Dopingsumpf Österreich: Radprofi Kohl packt aus, Ex-Manager verhaftet - Video

1 April, 2009 (14:17) | Sport | oldgamer




Nach den Doping-Geständnissen der Triathletin Lisa Hütthaler und des Radprofis Bernhard Kohl, der seinen am Dienstag verhafteten Ex-Manager Stefan Matschiner massiv der Weitergabe von verbotenen Substanzen und des Blutdopings belastet hat, befindet sich die heimische Sport-Szene in Aufruhr. Heute soll die NADA über das Vorgehen gegen Hütthaler und Kohl entscheiden.

Dopingsumpf Österreich: Radprofi Bernhard Kohl packt aus

Es werden zahlreiche Namen von teils höchst prominenten Sportlern mit Doping in Verbindung gebracht. Diese sollen über Matschiner, den bereits in U-Haft sitzenden Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer oder den Wiener Kinderkrebsarzt Andreas Zoubek Doping-Mittel bezogen haben sollen. Auch eine Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen “Humanplasma”-Mitarbeiter scheint denkbar.

Ex-Radprofi Bernahrd Kohl belastet seinen Ex-Manager Stefan Matschiner schwer. Er selbst habe seit 2005 Doping betrieben. Das Wiener Labor Humanplasma soll die Drehscheibe gewesen sein.
Bernhard Kohl im Blitzlichtgewitter - ein Bild wie von vergangenem Herbst. Nur, dass das Schillersche Zitat, wonach die Wahrheit eine Tochter der Zeit sei, auch beim gefallenen Radsportler zum Tragen kommt.

“Stefan Matschinger hat mir persönlich Blutdopingmittel verabreicht”, sagt Kohl bei der Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Der ermittelnden Sonderkommisssion Doping im Innenministerium habe Kohl am vergangenen Montag einen “umfassenden Bericht” abgelegt.

Stefan Matschinger hat mir persönlich Blutdopingmittel verabreicht
Stefan Matschiner

“Ich habe von Matschiner EPO, Wachstumshormone, Testosteron und Insulin bezogen”, sagt Kohl. Auch der in der Doping-Causa immer wieder genannte Wiener Kinderkrebsarzt Andreas Zoubek sei im Dopingnetz “involviert”, Kohl habe den genannten aber nie persönlich getroffen. Das CERA-Präparat, das ihn zum dritten Platz bei der Tour de France verhalf, hat Kohl aber von einer anderen Person bekommen. Für die genannten gilt die Unschuldsvermutung.

 

Tatsächlich wegweisend für die weiteren Ermittlungen in der Causa dürfte die Nennung des Wiener Labors Humanplasma sein. Gegen die Plasmapherese-Station im 9. Gemeindebezirk gab es nach einer ARD-Recherche im Frühjahr 2008 Ermittlungen, die erst vorige Woche von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurden. Der damalige Vorwurf: Mehrere prominente (internationale) Athleten hätten sich dort mit Dopingmittel versorgen lassen. Im Fokus der Verdächtigungen standen vordergründig Wintersportler.

Die Anti-Doping Agentur NADA entscheidet noch heute über das Vorgehen gegen Kohl und Hütthaler. Beide können bei Inanspruchnahme der Kronzeugenregelung mit einer Reduzierung ihrer Wettkampfsperren rechnen. Ihnen drohen wegen möglicher weiterer Verstöße jedoch im gleichen Zuge weitere Disziplinarmaßnahmen, die bis hin zu lebenslangen Sperren reichen können.

Quelle: agenturen

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