Doping-Sünder Bernhard Kohl heute vor NADA-Rechtskommission
Knapp sechs Wochen nach seinem Doping-Geständnis muss sich Bernhard Kohl am heutigen Montag in Wien vor der dreiköpfigen Rechtskommission der österreichischen Anti-Doping-Agentur (NADA) verantworten. Dem 26-jährigen Niederösterreicher, der den dritten Gesamtrang und das Bergtrikot bei der heurigen Tour de France mit Hilfe des EPO-Präparats Mircera erreicht hat, droht eine zweijährige Sperre.
Kohl hatte nach Vorliegen einer positiven A-Probe zugegeben, sich das im Sport verbotene Medikament, das er für nicht nachweisbar hielt, selbst injiziert zu haben. Für Kohls Anwalt Siegfried Fröhlich ist der Gang vor ein Sportgericht nicht neu. “Ich vertrete aber nur geständige Sportler”, sagte der Deutsche. Kohl hatte angekündigt, dass er zu seinem Fall, dem größten im heimischen Radsport, lückenlose Aussagen machen werde.
Ob er den möglichen Lieferanten bzw. Hintermänner nennt, wird man wohl an der Dauer der Sperre ablesen können. Denn nach der geltenden Kronzeugenregelung winkt für Mitarbeit bei der Aufklärung des Falles eine Strafreduktion.
Ob auch Kohl die Kronzeugenregelung in Anspruch nehmen will, wollte sein Anwalt nicht bestätigen. “Es ist aber kein Thema, dass Bernhard auf eine 18-monatige Sperre hofft, nur damit er etwa bei der Vuelta 2010 wieder starten kann”, erklärte Fröhlich gegenüber der APA. Fröhlich wird dennoch für eine Strafreduktion plädieren.
Mit dem Urteil der NADA, das Fröhlich innerhalb einer Woche nach der Anhörung erwartet, ist die Sache für Kohl aber wohl noch nicht ausgestanden. Dem Dopingsünder droht eine Schadenersatzforderung seines bisherigen Rennstalls Gerolsteiner, zudem könnte das inzwischen aufgelöste Team eine allfällige Forderung der Tour-de-France-Veranstalter an ihn weiterleiten. Die Teams hatten unterschrieben, im Falle eines Dopingvergehens bei der Tour 100.000 Euro Pönale zu zahlen.
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oldgamer





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