CERN: Teilchenbeschleuniger LHC für mindestens 2 Monate abgeschaltet
Albtraum für die Forscher im Kernforschungszentrum Cern bei Genf. 10 Tage nach der feierlichen Einweihung des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) ist das teuerste Experiment der Menschheitsgeschichte vorläufig am Ende. Eine fehlerhafte elektrische Leitung hatte eine Kettenreaktion ausgelöst, die zu schwereren Schäden führte als zunächst befürchtet. Zunächst hatte Cern-Sprecher James Gillies noch die Hoffnung geäußert, der Schaden könne bis zum Wochenende behoben werden, nun stellte man fest, dass der Milliarden Euro teure Teilchenbeschleuniger für mindestens zwei Monate abgeschaltet werden muss. Grund: Die Erwärmung und neuerliche Abkühlung der mächtigen Elektromagneten, die den Teilchenstrahl im Zaum halten müssen.
Die Magneten, die den Partikelstrahl führen, werden mit flüssigem Helium auf unter -270 Grad heruntergekühlt, um sie supraleitend zu machen. Cern-Sprecher James Gillies erklärte nun der Nachrichtenagentur AP, zumindest der beschädigte Abschnitt des LHC müsse nun aufgewärmt werden, damit Experten die Schäden genau untersuchen und dann reparieren können.
“Wenn so etwas in einem anderen Beschleuniger passiert, dauert es ein paar Tage, das zu reparieren”, sagte Gilles der AP. “Aber weil dies eine supraleitende Maschine ist, mit langen Aufwärm- und Abkühlphasen, bedeutet das, dass wir sie ein paar Monate lang ausschalten müssen.”
Der Schaden sei entstanden, weil eine elektrische Verbindung zwischen zwei der Magneten schadhaft gewesen sei. Superkaltes Helium sei ausgetreten, dadurch kam es in Folge zu einem Phänomen, das die Wissenschaftler “Quench” nennen: das plötzliche Überhitzen eines der gewaltigen, supraleitenden Magneten, die den Partikelstrahl in der Beschleunigerröhre auf Kurs halten sollen.
Ein außer Kontrolle geratener Partikelstrahl würde tiefe Löcher in den Untergrund reißen. Will man den Strahl stoppen, muss er umgeleitet, mit eigens dafür konstruierten Magneten aufgefächert und anschließend in acht Meter lange, in Beton eingegossene Graphit-Kerne gelenkt werden, um seine zerstörerische Wucht zu bremsen.
Links:
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