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Börsenkrise trifft auch Russlands Oligarchen - Oleg Deripaska in Schwierigkeiten

6 October, 2008 (16:03) | Wirtschaft & Economy | User Imageeinstein




Moskau. Der Motor des Deripaska-Vermögens kommt ins Stottern. Ersatzteile gibt es für den reichsten Mann Russlands künftig nicht mehr. Deripaska muss sich von seinem Anteil am Auto-Zulieferer Magna trennen. Magna gehört dem Austrokanadier Frank Stronach und ist einer der weltweit größten Hersteller von Automobilteilen. Das Unternehmen produziert u.a. in Österreich für Daimler.

Börsenkrise trifft auch Russlands Oligarchen - Oleg Deripaska in Schwierigkeiten

Im Mai 2007 kaufte sich Oleg Deripaska für gut 1,5 Mrd. USD bei Magna ein. Kurz zuvor hatte er sich schon beim österreichischen Baukonzern Strabag und der deutschen Hochtief Anteile gesichert. 20 Prozent der Magna-Aktien, etwa 20 Mio. Stück, gingen an Deripaskas Unternehmen „Russkije Maschiny“. Gleichzeitig sicherte er sich dabei 43 Prozent der Stimmrechte bei Magna.

Der Deal macht aus strategischer Sicht Sinn für den Russen. Immerhin kooperiert Magna eng mit dem bereits zum Firmenimperium des Oligarchen gehörenden Automobilkonzern GAZ (stellt u.a. die Marke Wolga her). Zudem plant Magna den Aufbau von Produktionsstandorten im Autoboom-Markt Russland, wovon auch Deripaska profitieren wollte.

Doch nun hat die internationale Finanzkrise den russischen Milliardär ausgebremst. Die Aktien hatte Deripaska größtenteils auf Kredit gekauft. Dabei wurden die Papiere als Sicherheit hinterlegt. Doch seit dem Einstieg Deripaskas bei Magna haben sich die Aktien des kanadischen Automobilzulieferers deutlich verbilligt. Die Sicherheit gilt nicht mehr als ausreichend und der Kreditgeber BNP Paribas hat die Aktien einkassiert.

Es habe seit langem margin calls gegeben, erklärte der Generaldirektor von „Russkije Maschiny“, Waleri Lukin. „Sinkt der Wert der Sicherheiten, muss der Kreditnehmer ständig den Unterschied zur vereinbarten Summe in bar ausgleichen. Unter den jetzigen Bedingungen einer globalen Finanzkrise ist dies nicht möglich“, ergänzte Gulschan Moldaschanowa, die Generaldirektorin des Mutterkonzerns BasEl.

Angaben zu den Verlusten macht BasEl nicht, doch sie dürften gewaltig sein. Vor allem aber geben sie weiteren Spekulationen über den tatsächlichen Zustand des Deripaska-Vermögens Nahrung.

Immerhin ist dessen Firmenimperium BasEl eines der am meisten verschuldeten Unternehmen in Russland. Allein der Deripaska-Konzern RusAl steht mit schätzungsweise 10 Mrd. Euro in der Kreide. Gut drei Milliarden davon sind der Übernahmeschlacht um den Rohstoffkonzern Norilski Nickel geschuldet. Auch dort hat Deripaska Aktien als Sicherheit hinterlegt. Doch die Nornickel-Aktien sind von ihren einstigen Höchstständen inzwischen deutlich entfernt. Schlimmer noch: Der Absturz scheint sich zu beschleunigen. Durch die Panik an der russischen Börse verlieren die Papiere allein am Montag über 30 Prozent! an Wert.

Zwar konnte Deripaska mit den Gläubigerbanken vor ein paar Wochen eine Umstrukturierung der Kredite vereinbaren. Doch wie weit die Geduld der Banken angesichts der derzeitigen Entwicklung am Aktienmarkt reicht, ist keineswegs sicher.

Quelle: russland-aktuell

Link:

  • Forbes #9 Oleg Deripaska

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