Blutbad in finnischer Schule - mindestens 9 Schüler erschossen
Helsinki - Ein Blutbad hat die westfinnische Kleinstadt Kauhajoki erschüttert. Ein 22-Jähriger eröffnete am Dienstagvormittag das Feuer und nahm insgesamt neun Menschen das Leben. Der junge Mann wollte sich mit einem Kopfschuss töten. Doch er hat überlebt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur STT sind alle Opfer Schüler. Bei dem Schützen soll es sich um einen 20-jährigen Schüler der Berufsschule handeln. Er versuchte offenbar, sich mit einem Kopfschuss selbst zu töten, überlebte aber und wurde in die Uniklinik von Tampere gebracht. Einen Tag vor dem blutigen Amoklauf verhörte die Polizei den Täter wegen eines Videos auf YouTube, entzog ihm aber nicht die Waffenlizenz.
Der Amoklauf begann nach Angaben eines Mitarbeiters des Bürgermeisters von Kauhajoki, Ari Paananen, gegen 11.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ). Rund anderthalb Stunden muss der junge Mann wild um sich geschossen haben: Er habe viele Schüsse abgefeuert, berichtete ein Polizeisprecher. Er rechne mit “vielen Opfern” sagte er, wollte jedoch keine genauen Zahlen nennen. Unklar ist noch, ob der Schütze überwältigt wurde und dann versuchte sich umzubringen, oder ob er nach seinem Selbstmordversuch festgenommen wurde.
Nach Angaben eines Feuerwehrmanns brachen an mehreren Stellen der Handelsschule Brände aus. Laut Paananen war die Lage am Nachmittag wieder “unter Kontrolle”. Er bestätigte, dass es sich um einen Einzeltäter handelte. “Der Angriff ist zu Ende”, sagte er. Ob es sich bei dem Amokschützen tatsächlich um einen Schüler handelte, wollte er hingegen nicht sagen. Der Mann habe die gesamte Zeit über eine Skimaske getragen. Die Schule, die rund 200 Schüler hat, wurde evakuiert. Sie soll bis auf weiteres geschlossen bleiben. Die Regierung berief eine Dringlichkeitssitzung ein.
Das auf dem Internetportal Youtube veröffentlichte Video zeige den Amokschützen bei Schießübungen, daraufhin habe ein Polizist am Montag mit ihm gesprochen, wie Innenministerin Anne Holmlund nach dem Amoklauf mitteilte. Nach ihren Angaben besaß der Mann einen vorläufigen Waffenschein für eine Schusswaffe des Kalibers 22. Nach dem Gespräch sah der Polizist laut Holmlund jedoch keine Veranlassung, Waffe und Waffenschein wieder einzuziehen.
Im vergangenen November hatte der 18-jährige Abiturient Pekka-Eric Auvinen am Gymnasiun der finnischen Ortschaft Tuusula sechs Schüler, die Direktorin und eine Krankenschwester erschossen und sich dann umgebracht
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