Air France Flug AF 447: Suche nach Airbus-Wrack weiter erfolglos
Die Suche nach der seit mehr als 24 Stunden vermissten Air France-Maschine mit 228 Menschen ist auch in der Nacht erfolglos geblieben. Trotz aller Bemühungen fanden Suchflugzeuge keine Spuren von dem Airbus A 330-200. Die Fluggesellschaft lokalisierte den möglichen Absturzort etwa auf halber Strecke zwischen Brasilien und der afrikanischen Küste.
Die Insassen des Airbus stammen aus 33 Ländern. Darunter sind 61 Franzosen, 58 Brasilianer, 26 Deutsche und eine junge Frau aus Österreich, wie die Fluggesellschaft Air France mitteilte.
Das Flugzeug war auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris, als es über dem Atlantik in ein schweres Tropengewitter geriet. Etwa 3,5 Stunden nach dem Start verschwand die Maschine vom Radar. Die Ursache ist unklar.
Der französische Präsident Sarkozy sagte, die USA seien gebeten worden, mit ihren Satelliten die Suche zu unterstützen. Es handelt sich um die schwerste Katastrophe in der Zivilluftfahrt seit 2001.
Ein Pilot der brasilianischen Fluglinie TAM bemerkte während eines Atlantik-Fluges in der Nacht zum Montag möglicherweise brennende Teile auf der Meeresoberfläche. Die brasilianische Luftwaffe bestätigte am Montag (Ortszeit), der Pilot habe mitten im Atlantik “orangefarbene Punkte” bemerkt. Die Beobachtung könnte in etwa mit dem Zeitpunkt des vermuteten Absturzes der Air-France-Maschine zusammenfallen.
Die Mannschaft des TAM-Flugzeuges “sah leuchtende Punkte auf hoher See auf dem Kurs zwischen Europa und Brasilien etwa 1300 Kilometer von der Insel Fernando de Noronha”, zitierten Medien aus einer Erklärung der Fluglinie. Fernando de Noronha liegt etwa 350 Kilometer vor der brasilianischen Küste.
Das französische Flugzeug, das von Rio nach Paris unterwegs war, ist mit Sendern ausgestattet, die im Fall eines Absturzes noch tagelang Signale aussenden. Keiner der drei Notfallsender der Maschine habe jedoch ein Signal ausgestrahlt. Laut Expertenmeinung, die französische Medien wiedergaben, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Katastrophe sehr schnell eingetreten ist. Die Notsignale könnten bei dem Unglück zerstört worden sein.
Unterdessen wird weiter über mögliche Ursachen des Verschwindens spekuliert. Air France hatte recht früh einen Blitzeinschlag als eine wahrscheinliche Ursache genannt. Unter Experten gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass dies die einzige Ursache für einen Unfall sein könnte. Flugzeuge sind bei Blitzeinschlägen ziemlich sicher. Die Maschine vom Typ Airbus A330-200 war während des Nachtflugs in einem großen Unwettergebiet in schwere Turbulenzen geraten und hatte Probleme mit der Stromversorgung gemeldet.
Fachleute gaben zu Bedenken, auch andere Flugzeuge hätten diese Turbulenzen durchflogen. In diesen Breiten gewittert es nach Angaben des französischen Wetterdienstes dauernd. Ein Experte sagte dem Sender i-tele, diese Probleme seien den Piloten bekannt. Die These eines Terroranschlags gilt inzwischen als höchst unwahrscheinlich.
Der Airbus war gegen 0.30 Uhr (MESZ) am Montagmorgen in Rio gestartet. Dreieinhalb Stunden später gab es den letzten Kontakt mit der brasilianischen Flugkontrolle. Da war das Flugzeug schon 560 Kilometer von der Küste entfernt und flog in 11.000 Metern Höhe. Air France alarmierte die brasilianischen und afrikanischen Luftfahrtämter. Die Besatzung war sehr erfahren, der Pilot hatte 11.000 Flugstunden hinter sich.
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