Die Lizenz für das Security-Unternehmen Blackwater Worldwide läuft im kommenden Jahr aus. Das US-Außenministerium geht davon aus, dass diese durch die irakische Regierung nicht mehr verlängert wird. Für die US-Regierung ist diese Aussicht durchaus delikat: Blackwater ist für den Schutz von US-Diplomaten zuständig. Im US-Außenamt wird nun rasch nach einer Alternative gesucht.
“Das Außenamt muss sich mit der Perspektive abfinden, dass einer seiner wichtigsten Sicherheitsdienste im Irak - Blackwater - keine Lizenz erhalten dürfte, um weiter im Irak tätig zu sein”, zitierte die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag aus einem 42-seitigen, vertraulichen Regierungspapier.
Der hauptsächliche Grund: Im September hatten Blackwater-Angehörige in Bagdad 17 Iraker erschossen!
Fünf Securitys wurden in den USA wegen Totschlags, versuchten Totschlags bzw. Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Ihnen drohen bis zu 30 Jahre Haft.
Das Unternehmen, das hauptsächlich ehemalige Angehörige der US-Armee, aber auch andere Ex-Soldaten beschäftigt, kam dagegen ohne Konsequenzen davon.
Der Vorfall sorgte für heftiges internationales Medienecho, insbesondere nachdem eine irakische Untersuchung zu dem Schluss gekommen war, dass die Blackwater-Mitarbeiter mit automatischen Gewehren auf unbewaffnete Zivilisten gefeuert hatten.
Der künftige Leiter des außenpolitischen Ausschusses im US-Senat, Senator John Kerry, begrüßte den Bericht. “Die Ära Blackwater muss zu Ende sein.”
Gleichzeitig sei es “entmutigend”, so Kerry weiter, dass die Regierung von Präsident George W. Bush Blackwater nach der “Tragödie” weiterbeschäftigt hatte.
Für Senator Bob Casey, ebenfalls Mitglied des außenpolitischen Ausschusses im US-Oberhaus, war es bereits bisher ein Fehler, “sich auf dieses eine Unternehmen” zu verlassen, ohne die Möglichkeit eines Lizenzverlusts in Erwägung zu ziehen. Das drohende Sicherheitsvakuum für die US-Diplomatie sei nun die “schwierige” Konsequenz daraus.
Kein anderes US-Security-Unternehmen hat ähnliche logistische Mittel an Hubschraubern, Flugzeugen etc. wie Blackwater.
Das Unternehmen selbst wollte das voraussichtliche Auslaufen der Irak-Lizenz nicht kommentieren. Der Bericht des US-Außenamtes sei dem Unternehmen nicht bekannt, so Blackwater-Pressesprecherin Anne Tyrell.
Blackwater hatte bisher unter der Regierung Bush gut verdient: Schätzungsweise eine Milliarde Dollar (rund 690 Mio. Euro) flossen an das Unternehmen mit Sitz in North Carolina, der größte Teil davon für den Schutz von US-Diplomaten im Irak.
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